La Paloma

Sonntag, 21. Juni 2020

Letzter Tag in Quarantäne im Rio Dulce

Heute ist der letzte Tag in Quarantäne im Rio Dulce, Guatemala. Morgen bekommen wir ein Papier das uns frei der Seuche bescheinigt. Wir werden sofort an Land gestellt. Wir haben einen Flug von Guatemala City nach Madrid ergattert. der fliegt am 26.06. um 11:50 los. Von Madrid aus geht es mit der Lufthansa nach Frankfurt. Da haben wir eine Übernachtung eingeplant und werden mit der Bahn am Sonntag weiter nach Soest fahren. Könnte sein, das wir noch einmal 14 Tage Zuhause in Quarantäne müssen.  Dann waren wir seit März 2020 in Quarantäne. Das sollte eigentlich reichen. Schauen wir mal ob das alles so klappt wie geplant. 

La Paloma am Quarantäne Steg

La Paloma am Quarantäne Steg
    

Donnerstag, 11. Juni 2020

Im Rio Dulce aufgeschlagen

Jetzt ging es ganz schnell. Der Präsident von Guatemala hat den Segen erteilt, dass die Schiffe in den Rio Dulce einfahren dürfen. Am Samstag den 6.Juni gingen wir in Placencia Anker auf mit dem Ziel Livingston, Guatemala. Wir mussten um ca. 08:30 in der Flussmündung sein, da war Hochwasser. Wir machten noch einen Stopp auf halbem Weg in der Bucht von New Haven für die Nacht. Was heisst Nacht, um 03:00 kam der Anker schon wieder an Deck und im Dunkeln ging es durch die Riffe. Das war nicht weiter schlimm, hatten wir doch den Track im Plotter. So erreichten wir pünktlich die Flüssmündung des Rio Dulce. Seit einiger Zeit machte unser Tiefenmesser Probleme, der wollte nicht immer so wie wir. Manchmal war der Bildschirm schwarz und wir konnten die Wassertiefe nicht ablesen. Der ist jetzt auch schon ca. 20 Jahre alt. Die Backupbatterie ist kaputt und somit werden Daten nicht mehr abgespeichert. Ich werde das Gerät mal zerlegen und schauen, was noch zu retten ist. Ansonsten ist ein Neuer fällig. Trotzdem kamen wir am 07. Juni ohne Grundberührung über die Sandbank. La Favorita mit mehr Tiefgang ist im Sand stecken geblieben und musste gekränkt werden. Da haben wir einen erfahrenen Fischer, Hector,  mit seinem Boot, der verdient sich ein Zubrot damit.   

Am Ankerplatz angekommen mit gelber Flagge an Steuerbord unter der Salling warteten wir dann auf die Autoritäten. Da gab es erst einmal Konfusion, der Doktor war nicht anwesend. Der wurde gebraucht um bei uns Fieber zu messen. So wurden wir am Sonntag nicht mehr abgefertigt. Die Nacht haben wir vor Livingston vor Anker verbracht. Am nächsten Morgen haderten wir der Dinge ob es jetzt weiter geht. So gegen halb 10:00 kamen die Autoritäten dann an unser Schiff, Fieber wurde gemessen und die Dokumente wurden ausgereicht. Die Leute waren vermummt als wollten sie zum Mond fliegen. Dann wieder warten bis die Papiere fertig waren. Das war dann um 13:15 der Fall. Wir mussten auf direktem Weg in unsere Marina fahren, durften nicht anhalten.  Da Landesweit eine Ausgangssperre ab 18:00 gilt, die Marina Leute um 17:00 Feierabend machten, wir aber noch ca. 4 Stunden den Fluss hochfahren mussten, entschlossen wir uns noch eine Nacht in Livingston vor Anker zu bleiben. 

An Dienstag um 08:35 den Anker auf und die Fahrt durch den Canyon den Fluss hoch. Um 11:45 landeten wir in der Marina Nana Juana am Quarantäne Steg an. Auch hier alle mit Mundschutz und Handschuhen bewaffnet. Das Festmachen ging ohne Probleme von statten, alle waren froh uns wieder zu sehen. Fieber wurde auch hier wieder gemessen. Strom und Wasser war schnell angeschlossen. Es ist seit ein paar Tagen glühend heiß hier. Bis 36° C im Schatten. Unter Deck bis 39°C. Tauwetter für Dicke. Kaum eine Brise kühle Luft macht es angenehmer. Die Nacht war also eine schweißige. Gestern habe ich die Sonnenpersenning auf Salon und dem Achterdeck aufgespannt. Das macht es etwas erträglicher im Schiff. Bis zum 22. Juni müssen wir noch in Quarantäne hier aushalten, dann können wir uns wie alle anderen verhalten. Die Gesundheits-Behörde kommt von Zeit zu Zeit um das Fieder zu messen. Wir dürfen für die Zeit der Quarantäne nicht von Bord. Das Personal hat ein System der Hilfe für fast alle Bedürfnisse etabliert. So wird und die Zeit angenhmer gestaltet. 

Nach dem 22.06. werden wir das Schiff an Land stellen und dann nach einem Flug nach Europa Ausschau halten. Dazu sicher später mehr. 

Sonnenaufgang 07. Juni 2020

Donnerstag, 28. Mai 2020

Lebenszeichen aus dem Corona Lock down

Lange habe ich jetzt nichts geschrieben. Es gab auch nicht viel, lagen die ganze Zeit in Placencia Harbour vor Anker. Eigentlich haben wir die meiste Zeit auf dem Boot verbracht. Nur zum Einkaufen sind wir an Land gegangen. Hier lagen im Schnitt 20-25 Boote vor Anker. Bisher war uns das Wetter, bis auf zwei Tage, gnädig. Die zwei Mal hatten wir in der Nacht Rock-N-Roll. Einige Schiffe sind auf Drift gegangen. Ein Catamaran ist so 2 Meter an uns vorbei geschlittert. Sein Anker ist ausgebrochen. Dann bekam er den Motor nicht gleich gestartet. Zum Glück hatten wir die Maschine schon laufen und konnten ein paar Meter aus der Gefahrenzone fahren. In Belize haben wir jetzt seit über 40 Tagen keine neuen Infektionen mehr. Immer noch gibt es eine Ausgangssperre von 20:00 bis 05:00. Die Grenze zu Guatemala ist immer noch geschlossen. In der Provinz, in der der Rio Dulce fließt, sind aber nur sehr wenige Infektionen gemeldet. Aber auch dort gibt es Ausgangssperren und an manchen Wochenenden komplette Lock Down. Heute waren die ersten Demos in Guatemala Stadt, hoffentlich gehen diese friedlich aus. Die Leute haben keine Arbeit und ergo auch nichts zu Essen. Das ist ein großes Problem. Überall werden Food-Banks eingerichtet, damit sich die Leute mit dem Nötigsten versorgen können. Aber das ist nicht genug. Außerdem haben die Leute viel Angst vor Ansteckungen. Die Marinas im Rio Dulce haben sich zusammengeschlossen und eine Eingabe beim Präsidenten gemacht um die 108 Boote, die sich für die Rückkehr in den Rio angemeldet haben, einfahren zu lassen. Heute bekamen sie die Genehmigung, die Aktion durchzuführen. Wir haben uns gerade in die Online-Form eingetragen um zwischen dem 5-10 Juni in den Rio Dulce einfahren zu können. Dann ist die Flut hoch genug um über die Sandbarre zu kommen. Danach folgt ein 14tägige Quarantäne. Dann können wir in eine Marina fahren und das Boot an Land stellen. Einen Flug müssen wir auch noch organisieren der uns nach Frankfurt bringt. 



Mittwoch, 8. April 2020

Ostergrüße aus Belize

Also,zuerst mal : Es geht uns gut.
Sitzen hier in Belize fest. Grenzen zu, Häfen zu, Flughäfen zu. Nicht nur hier, sondern auch in den benachbarten Staaten. Unseren Plan, über den Atlantik zurück nach Europa zu segeln, haben wir inzwischen aufgegeben. Bahamas, Bermudas, Azoren, alles dicht. Müssten im Mai lossegeln, aber das ist nicht mehr machbar.
Nun harren wir der Dinge, die da kommen werden. Hoffen darauf, dass in absehbarer Zeit die Grenze nach Guatemala geöffnet wird, dann können wir wenigstens das Boot hurrikansicher abstellen. Hier in Belize gibt es nur wenige Liegeplätze in Häfen, nicht sicher und nur mit geringem Tiefgang zu erreichen.
Liegen hier vor dem Ort Placencia vor Anker, mit weiteren 20 Schiffen. Über Funk sind wir jeden Tag miteinander verbunden, auch mit anderen Schiffen, die woanders in Belize zwangsparken. Die Hafenbehörde hat uns auch schon besucht. Pässe, Schiffspapiere und das Schiff wurden fotografiert. Normalerweise kann man sich nur 3 Monate im Land aufhalten, aber wegen der besonderen Situation wurde das auf unbestimmte Zeit verlängert. Die Behörden haben eh die Arbeit eingestellt, so dass wir erst bei einer möglichen Ausreise unsere Gebühren bezahlen können.
An Land dürfen wir, zur Versorgung, Müll entsorgen, Telefon nachladen u.s.w. Bis 15 Uhr sind die Geschäfte geöffnet. Bisher kein Engpass mit Lebensmitteln.
Restaurants und Bars haben geschlossen. Die Preise sind normal geblieben. Diesel und Benzin sind sogar billiger geworden.
Bisher gibt es 8 Infizierte und 1 Toten im ganzen Land . Kubanische Ärzte unterweisen das medizinische Personal im Umgang mit dem Virus.
In den Läden gibt es Zugangsbeschränkungen. Max. 5 Personen gleichzeitig. Desinfektionsmittel stehen bereit und einer hat sogar ein Waschbecken vor dem Eingang.
Ausgangssperre von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Auch Einheimischen wird inzwischen die Einreise verweigert.
Seit Sonntag fahren keine Busse mehr, keine Fähren und keine Inlandsflüge. Für Notfälle gilt eine Sonderregelung.

Osterbesuche bei der Familie sollen damit limitiert werden. Vorgeschriebener Mindestabstand zu anderen Personen beträgt 2 Meter.
Masken gibt es keine zu kaufen, nicht mal in der Apotheke. Habe uns aus Taschentüchern selber welche angefertigt.
So sieht es also bei uns aus. Wetter ist gut, die Sonne scheint fast immer.

Dieses Osterfest wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
Wo auch immer ihr euch aufhaltet, lasst euch nicht unterkriegen. Auch diese Krise geht vorüber.

Dienstag, 31. März 2020

Ausgangssperre in Belize

Jetzt haben wir hier in Belize auch eine Ausgangssperre vom 18:00 bis 05:00 für 30 Tage. Alle sollen in Haus respektive auf dem Boot bleiben. Die Supermärkte sind auf und noch einigermaßen gefüllt. Nur Mehl gibt es zur Zeit nicht im Supermarkt. Alles andere ist wohl noch da. Offiziell sind nur 3 Fälle von CorVid 19 gemeldet. Da alle Grenzen und Flughäfen geschlossen sind kommen auch keine Leute von Außerhalb nicht rein. Wie dicht die grüne Grenze ist weiß man natürlich nicht. Zur Zeit ist nur noch Mexiko für Segler offen, doch gibt es dort auch Einschränkungen. Aber was sollen wir in Mexico. Das ist Hurrikan-Gebiet. Ob wir dann noch wieder in den Süden nach Belize oder Guatemala rein dürfen ist noch fraglich. Also bleiben wir zwangsweise hier in Placencia, Belize vor Anker und wettern das Ganze ab. Von Guatemala Stadt sind 3 Flüge nach Frankfurt organisiert, der letzte am 1. April. Leider kommen wir nicht nach Guatemala rein, geschweige noch nach Guatemala Stadt.  Daumen drücken, mehr können wir nicht machen.

Montag, 23. März 2020

Wir liegen fest in Belize

Jeden Tag neue Informationen. Die Nachrichten überschlagen sich. Rechts und links von uns sind die Grenzen und Häfen dicht. Wir liegen zur Zeit in Placencia, Belize vor Anker. Da werden wir wohl noch einige Zeit aushalten müssen. Heute morgen wollten wir uns in eine Marina verholen, leider Fehlanzeige, sie ist seit heute dicht. Kein Boot mehr rein noch raus. Überall jetzt erst einmal 15 Tage Stillstand. Zur Zeit gibt es in Belize noch keine Ausgangssperre. Die Supermärkte sind noch auf, sodass die Versorgung  noch gesichert ist. Im Ort hier können wir uns noch frei bewegen, wie lange das noch so ist müssen wir abwarten. Wetter ist gut, die See ist ruhig. Wir sehen das noch einigermaßen gelassen. Wir sind ja auch gewissermaßen in Quarantäne. Wir hoffen, dass alle unseren Lesern ohne Schaden hier durchkommen. 

Samstag, 14. März 2020

Auch uns hat der Corona Virus im Griff

Nach zwei Wochen in Placencia Habor mit einigen Tagen mit viel Wind und Regen sind wir jetzt zurück in der Sapodilla Lagune. Wir haben gestern unsere Papiere in Placnacia bis zum 12. April verlängert. Jetzt sind wir auf dem Weg nach Norden. Am 27.04 sollen Lydia und Monika von der La Favorita zurück via Miami nach Europa fliegen. Zur Zeit ist das natürlich noch alles etwas vage bei dem ganzen Durcheinander hier in der Region. Rechts und links von uns machen immer mehr Länder wie Honduras, Guatemala und weitere die Grenzen dicht für Reisende die aus Europa aus Ländern mit hoher Infektionsrate kommen. Nun sieht das bei den meisten Seglern ja so aus, dass sie seit Monaten nicht mehr in Europa waren, wir sind seit November 2019 in Guatemala und Belize unterwegs. Wie gehen die Einreisebehörden denn damit um, zur Zeit ist es so das auch wir nicht einreisen können. Belize ist zur Zeit noch offen, was sich aber jederzeit ändern kann. Da herrscht sehr viel Konfusion unter den Autoritäten. In Kolumbien müssen einreisende Segler sich beim Hafenkapitän melden, bekommen dann einen Ankerplatz zugewiesen und müssen auf den Doktor warten der sie untersucht. Wenn nichts anliegt, können sie einreisen. Wenn Verdacht besteht, müssen die Segler für 14 Tage in Quarantäne am Ankerplatz bleiben. Diese Methode können wir nachvollziehen und würden uns wünschen, dass das in anderen Ländern auch so gehandhabt wird. Ansonsten segeln wir demnächst wie der fliegende Holländer als Geisterschiff durch die Karibik. Abwarten und Tee, besser Bier, trinken.

Ein Ausflug mit dem Golfcar